Antje Schulz

Techniken der impressionistischen Fotografie

Into the Woods33Ich werde öfters gefragt, ob ich die impressionistischen Fotos digital bearbeite. Dies ist nicht der Fall. Durch spezielle Filtertechniken und ausgeklügelte Einstellungen bei Belichtungszeiten, Weißabgleich, Blendenzahl und Iso-Werten erreiche ich die gewünschte Ausdruckskraft, die ich durch unterschiedliche Zeichnungen mit der Kamera verstärke. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf die Verschmelzung von Schärfe und Unschärfe und erschaffe mir eine eigene Form der abstrakten Fotografie.

Um meine Technik der impressionistischen Fotografie besser Erläutern zu können, möchte ich auf das Foto „Briesetal 2“ eingehen. Bei dem intensiven Blau auf dem Foto entsteht schnell der Eindruck, dass das Bild nach der Aufnahme mit einem digitalen Farbfilter verändert wurde. Dies würde nicht meiner Vorstellung von anspruchsvoller Fotografie entsprechen. Die Aufnahme entstand um die Mittagszeit. Die Sonne lieferte das hervorragende Licht, das ich mit der oben erwähnten Technik einfing und die Bäume, die im Wasser standen, brachten die wunderschöne Spiegelung, die als Basis für die abstrakte Fotografie diente. Im Anschluss wurden lediglich Kontrast- und Helligkeitswerte für die Entwicklung angepasst.

Ich wählte für die Aufnahme eine entsprechend lange Belichtungszeit, eine kurze Blende und passte die Farben mit der Farbtemperatur an. Ein Filter vor dem Objektiv verlieh mit Bild zusätzlich Tiefe. Ich versuche in der digitalen Fotografie genauso zu arbeiten, als würde ich in einem Labor arbeiten und die Bilder selbst entwickeln.

Um fotografisch ein interessantes Ergebnis zu erzielen, beschäftige ich mich sehr lange mit dem Motiv und taste mich langsam an seine Einzigartigkeit heran. Erst danach beginne ich mit den Aufnahmen. Für eine Aufnahme werden mitunter über 100 Einzelaufnahmen angefertigt.

Bei manchen Aufnahmen entscheide ich mich dafür, die Fotografie mit geschlossenen Augen zu fertigen, wenn ich genau weiß, welche Zeichentechnik ich mit der Kamera anwenden werde. Dies setzt millimetergenaue Maßarbeit voraus und das Verschmelzen zwischen Fotograf und Kamera, wenn ich z.B. mit dem Fotoapparat das Blau des Himmels partiell in das Bild zeichne.

Ich fotografiere grundsätzlich nicht im Raw-Format, da ich nicht in Versuchung kommen möchte, das Bild bei der „Entwicklung“ zu verfremden.

Mir geht es nicht um das perfekte Bild, sondern darum das Imperfekte künstlerisch zu perfektionieren.

Fotografisch arbeite ich so, als hätte ich eine analoge Kamera in der Hand, das heißt, die wichtigsten Arbeitswerkzeuge sind: Filter, Blende, Iso und Belichtungszeit und natürlich das menschliche Auge.

Ich freue mich, wenn Sie Lust haben, mich in die Welt der impressionistischen Fotografie zu begleiten, dessen Farben, Formen und Zeichnungen die Schönheit der Natur aus einem neuen Augenwinkel wiedergeben möchte.

Ihre
Antje Schulz